Montag, 17. Februar 2014

Quantität / Qualität

Auch im Sport sollte die Qualität der Quantität im Training vorgehen, oder?

Oft werde ich gefragt, wie man am besten trainieren soll um sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen.
Das ist eine schwierige Frage, zu allererst ist es wichtig sich ein realistisches Ziel zu setzen, ansonsten wird man relativ schnell an die Wand laufen und im Frust versinken, und im schlimmsten Fall (hab ich auch schon erlebt) sein sportliches Dasein ein Ende setzen :-(

Nun gibt es diejenigen die Kilometer um Kilometer herunterspulen, bei jedem Treffen die Pulsuhr zücken und fragen, na wieviel Kilometer hast du heuer schon drauf, ich bisher nur 2000km in den Beinen, da wird's mit der Bestzeit für den Frühjahrsmarathon knapp.
Buhhh, da hab ich schon die wildesten Umfänge erlebt. Ich dachte mir immer, mein Gott ich laufe viel zu wenig, so wird das nie was werden, jetzt weiß ich, dass es auch anders funktioniert.

Ich denke man kann mit hohen Umfängen genauso weit kommen wie mit Intensität, nur würde ich Intensität nicht mit Qualität gleichsetzen, um wieder auf das eigentliche Thema zurückzukommen.
Wenn es die Physik des Körpers zulässt, ist es durchaus möglich über intensive Einheiten an sein Ziel zu kommen. Nur sind die wenigsten von uns genetisch so gebaut, dass unsere Bänder, Muskel, Knochen das mitmachen :-(

Die Mischung macht's, Qualität definiert sich für mich durch die richtigen Trainingsreize, unser Körper muss zum richtigen Zeitpunkt entsprechende Reize bekommen um sich an die neue Situation adaptieren zu können, sprich er bereitet sich vor, dass er Belastungen dieser Art das nächste Mal besser wegsteckt.

Außerdem ist Qualität subjektiv, jeder entscheidet selber darüber wodurch sich Qualität definiert und wodurch nicht!


Sonntag, 9. Februar 2014

Work Life Balance

So, die 2te Trainingswoche ist durch.



Das anstregenste ist zur Zeit das richtige Zeitmanagement, Arbeit, Freelancing, Hausbau und dann natürlich die Trainingseinheiten!

Ich mir diese Woche mal zusammengeschrieben wieviel Zeit für was draufging.

  • Arbeit => 40h
  • Freelancing => 10h
  • Hausbau => 20h
  • Training => 13h
  • Schlafen => 42h
macht zusammen 125h, bei 168h bleibt dann nicht mehr viel für Kind und meiner schwangeren Freundin übrig :-(

Ich fühle mich dennoch ausgeglichen, durch den Sport schaffe ich Work-Life Balance gerade zu halten. Für Außenstehende sehr schwer zu begreifen ist es (zumindest bei mir) so, dass ich den Ausgleich Sport brauche, es ist das Ventil welches den Kopf frei macht! Schwierig wird es wenn der Sport nun auch noch zu Streß wird (durch Trainingspläne).
Hier versuche ich auch eine Balance zu finden, wichtig sind die Schlüsseltrainingseinheiten (3 pro Woche), diese ziehe ich durch. Alternativ zum Jogging wird schon mal der Ergometer angeworfen, da dieser im Wohnzimmer steht, hab ich dann Zeit mich mit meiner Freundin zu unterhalten, bzw. mit iPad am Lenker etwas zu arbeiten (das der Trainingseffekt auch von der Konzentration abhängt, ist mir durchaus bewusst ;-)).

Im April wollen wir einziehen, dann wird das mit dem Haus schon weniger, dafür kommt in den nächsten 2 Wochen das 2te Kind, da hab ich dann aber min. 2 Wochen Urlaub ...

In diesem Sinne, wünsch ich jedem sein Work-Life Balance zu finden und zu halten!



Meex

Mittwoch, 5. Februar 2014

Dornröschenschlaf ...

...auf meinem Blog, das darf nicht sein!

Hausbau, 2tes Kind, Stress in der Arbeit, alles Dinge die keine Ausrede sein dürfen ;-)

Ich verspreche hiermit hoch und heilig mich zu bessern und ab jetzt wieder regelmässig(er) zu posten. Getreu dem Spruch "Des einen Leid des anderen Freud" werde ich euch an meinem sportlichem Alltag teilhaben lassen.

So read you later

Meex

Samstag, 12. Oktober 2013

Asics Grand 10 - Berlin

Tag 1 - Berlin is calling

Dieses Wochenende war es endlich soweit, mein erster Auftritt als Asics Frontrunner stand im Haus :-)
Ich freute mich schon die ganze Zeit endlich die anderen Mitstreiter kennenzulernen. Außerdem brauchte ich nach dem Hausbaustreß einmal ein wenig Auszeit ;-)

Um 4:00 ging der Wecker, ich kam problemlos aus den Federn und fühlte mich fit (und das ohne Kaffee!!!). Da es gestern noch stark geschnien hatte, hatte ich Angst dass die Straße nass bzw. gefroren ist, zum Glück unbegründet, alles trocken und so gut wie kein Verkehr!

Meine 2ten Bedenken bzgl. Parkplatz, auch unbegründet,somit war ich schon mal froh die ersten organisatorischen Hürden gemeistert zu haben :-)

Am Flughafen traf ich Bernhard, den Asics Chef der Frontrunner :-) Wir hatten ein interessantes Gespräch bis zu unserem Flug. Ich war mir nun sicher, dass mit Asics wird eine coole Sache :-)

Pünktlich um 7:30 landeten wir im stark bewölkten Berlin, zumindestens waren die Temperaturen erheblich angenehmer als bei uns (-2 Grad).

Am Flughafen warteten wir noch auf die Läufer aus Wien, Florian und Christian, dann ging's mit dem Taxi ins Hollywood Media Hotel am Kurfürstendamm. Dort warteten bereits Markus Hohenwarter und Sabine Reiner.

Nach der Reihe trudelte der Rest der bunten Truppe ein. Bei einem gemütlichen Mittagessen hatten wir dann Zeit uns besser kennenzulernen. Dann ging's zur Sightseeing Tour, 3 Stunden Kultur, trotz dass die Führung interessant und gut gemacht wurde, hatten die meisten mit der Müdigkeit zu kämpfen, für die meisten hat der Tag ja schon um ca. 4 Uhr morgens begonnen.

Nach der Tour fuhren wir direkt zur Startnummern Ausgabe zu Karstadt Sport, dort hatten wir auch ganz kurz Zeit einige der deutschen Frontrunner zu treffen.

Wir liesen den Tag dann mit Carboloading ausklingen, ich denke alle waren dann froh endlich ins Bett zu kommen, ich war es zumindest ;-)

Tag 2 - Racing Day :-)

Der Regen vom Vorabend hat sich verzogen, die Sonne lacht durch die Wolkendecke, zumindest Petrus ist auf Rennen eingestellt ;-)
Obwohl das Umfangreiche Frühstücksbuffet zum Sündigen aufrief, konnte ich wiederstehen und nur 10km taugliche Nahrung aufnehmen :-)

Nach einem kurzen Gymnastikprogramm am Zimmer ging's dann auch schon im Trab zum 3km entfernten Startgelände. Trotz Sonne war es dennoch frisch, ideale Bedingungen für einen Marahon, ob das auch für einen 10er gilt, mal schauen ;-)

Als Asics Frontrunner hatten wir auch Zugang in den VIP Bereich, dort gab es nochmal eine letzte Stärkung und einen Schluck Kaffee, jetzt konnte es dann aber losgehen.
Obwohl wir alle laut unserer Startnummer für den 4ten und somit letzten Startblock (Zielzeit >=60min) eingeteilt waren, gelang es uns allen mit Überzeugungskraft und österreichischem Charme einen Platz im ersten Block zu ergattern.

Endlich Startschuß, auf geht's!
Da ich schon längere Zeit nicht mehr in Laufschuhen stand, war ich gespannt was mich wohl erwarten würde. Und es lief, keine Probleme mit der Achillessehne, Tempo passt und vor allem es hat Spaß gemacht,von mir aus hätte es auch ein Halbmarathon sein können :-)

Im Ziel noch schnell ein regeneratives Bierchen und eine kurze Massage dann trabten wir wieder zurück ins Hotel, da im 15 Uhr schon das Taxi Richtung Flughafen bestellt war.
Es blieb aber noch Zeit in der Hotellobby emsig mit den andern über das Rennen zu resümieren. Alle waren glücklich und zufrieden mit ihrer Leistung.

Alles in Allem ein wunderschönes Wochende mit netten Menschen, wir sind wirklich eine tolle Truppe, die eines verbindet, der Sport, im speziellen das Laufen, egal ob auf Straße oder im Gelände, auf Zeit oder nur aus Freude an der Bewegung :-)

Ich möchte mich auch nochmal bei Asics und hier bei Bernhard für die Einladung und das Equipement bedanken!

Meex

Ergebnis:
Zeit 34:37
Gesamt 56, Klasse 3



3 Zinnen

Spät aber doch berichte ich über meine Premiere in Sexten.
Bisher hatte ich mit Sexten nur positive Erinnerungen verbunden, leider war es diesesmal nicht ganz so toll wie letztes Jahr im Zuge des Transalps :-( Ich wollte aber irgendwann sowieso meine offene Rechnung begleichen (ich wollte eigentlich letztes Jahr im Zuge des Transalps den Berglauf auch noch anhängen, ging sich aber dann doch aufgrund massivem Heimwehs leider nicht mehr aus :-)).

Die Teilnahme erfolge relativ spontan, ein Freund von mir, fragte mich ob ich nicht mitmachen wolle, sie seien ein paar Leute und hätten einen Bus organisiert. So kam es, dass ich mit den Loferer Renntieren zum 3 Zinnen Lauf nach Sexten fuhr. Ein Kollege war bereits am Vortag angereist und organisierte schon mal die Startnummern, so konnten wir am Renntag stressfrei anreisen.

Wir kamen flott über Osttirol (trotz Felbertauern Ersatzstraße) nach Sexten. Obwohl schlechtes Wetter prognostiziert war, erwartete uns Sonnenschein und angenehme Temperaturen.

Das vom Veranstalter organisierte Frühstück war top, ein Super Preis und große Auswahl, alles vorhanden um die Speicher nochmal ordentlich zu füllen.

Ein kurzes Läufchen zum warm werden, dann ging's auch schon los, zuerst Richtung Dorfmitte einmal um die Kirche :-) und dann nach ca. 5 km ab ins Gelände.
Durch das Tal ging es dann mit moderater Steigung bis zum eigentlichen richtigen Start, der Anstieg wurde knackig. Bis dorthin hatte ich ein gutes Gefühl, Luft noch vorhanden und Beine fühlten sich gut an. Dies sollte sich aber schlagartig ändern :-( 
Bereits nach den ersten Minuten im Anstieg war es vorbei mit der Lockerheit, irgendwie fühlte es sich an, als hätte man mir den Stecker gezogen, kein Saft, keine Kraft, Batterie leer?
Ich kämpfte mich mit aller Kraft bis nach oben, musste immer wieder Gehpausen einlegen, ich verlor Position um Position.

Das letzte Bergabstück konnte ich aber dann wieder nutzen um ordentlich Boden gut zu machen, ich flog geradezu an den anderen vorbei.
Die letzen paar Meter hoch bis zum Ziel verlangten mir aber dann doch wieder alles ab!
Egal, geschafft, Soll erfüllt :-)

Die Ziellabe war auch wieder sehenswert, alles was das Sportlerherz begehrt, Obst, Brote, Suppe und ein kühles Bier :-)

Als bei meinem Kleidersack dann doch einige Dinge fehlten, machte ich mir schon Sorgen, dass diese beim Hubschraubertransport abgestürzt sind :-( Zum Glück vielen die Sachen bei der Landung aus dem Sack so bekam ich alles wieder.

Wir warteten noch auf die restlichen "Renntiere" bevor den langen Abstieg angingen, wir gaben ein wenig Gas, da die Wolken immer dunkler wurden und die Temperaturen immer kälter.
Schlußendlich schafften wir es noch trocken zum Startareal, wo es auch nochmal eine warme Zielverpflegung gab.

Wir warteten noch die Preisverleihung ab, da 2 von uns einen Preis in ihren Alterklassen ergattern konnten, herzliche Gratulation!

Der Tag war nun schon sehr lange (Tagwache 5:00), so war es mir egal, dass ich nicht fahren musste (auch hier nochmal ein riesiges Danke an unseren Chaffeur, welcher auch mitlief).

Alles in allem war es ein wunderschöner Tag mit einer lustigen Truppe, der nach einer Wiederholung schreit :-)

Meex


Ergebnis: 
Zeit: 1:50:15
Platzierung: Gesamt


Sonntag, 1. September 2013

Karwendelmarsch - Der Kampf mit dem Krampf

Voll motiviert ging es für am Freitag Richtung Scharnitz. Die Probleme mit meiner Achillessehne gehören der Vergangenheit an und ich konnte die letzten Wochen konsequent trainieren.
Zusätzliche motivierend wirkte das prognostizierte Wetter, man glaubt es kaum, aber nach Jahren des Regens soll uns nun endlich Sonnenschein entlang des Karwendels begleiten. Da es immer wieder nieselt, ein kalter Wind weht und dichte Wolken sich am Himmel stauen, glaub ich es erst an schönes Wetter, wenn ich es morgen am Start live sehe bzw. spüre :-)
Auch die Organisatoren beweisen Mut indem sie das Startgeschenk, einen Regenponcho, erst wieder im Ziel austeilen ;-)
Ich reiste zusammen mit der Sportalpen Crew, am frühen Abend bezogen wir in Seefeld unsere Unterkunft. Nach dem obligatorischen Willkommens-Schnapserl ging's dann zur Pizzeria Richtung Zentrum.
Wie letztes Jahr bestand mein Carboloading aus Spagetti Alio Olio und einer Pizza. Mehr ging einfach nicht rein, hatte nicht einmal Gelüste auf ein Eis, welches neben der Pizzeria aus der Gelaeria herüberlachte.
Beim Essen trafen wir dann noch Kröll Markus, hatte ein längeres interessantes Gespräch mit, zur Zeit scheint er es nicht so leicht zu haben. Er entschloss sich dann auch mit mir morgen zusammen die Strecke in Angriff zu nehmen, da er sich auch zu Beginn zurücknehmen will um für hinten raus noch gengügend Körner zu haben.
Um ca. 21:30 waren wir dann wieder auf unseren Zimmern, noch schnell alles für morgen vorbereiten, damit es in der Früh schnell geht, Tagwache 4:30, Abfahrt nach Scharnitz 4:50, somit 22:00 lights out.
Etwas gerädert ries mich dann der Handywecker am nächsten Tag aus dem Bett, wurde immer wieder munter da mir die jeweilige Schulter auf der ich lag zu schmerzen began, das hatte ich noch außerdem war ich harte Matratzen gewohnt, na Hauptsache die Beine sind fit :-)
Schnell noch mein Müsli gegessen und ganz wichtig Honigbrot mit Banane, 2 FitRabbit zum drüberstreuen und dann abmarsch Richtung Start.
Auf der Fahrt nach Scharnitz machte sich schon mein Magen bemerkbar, irgendwie war das gestern abend doch zu spät und dann noch zuviel, noch eine Stunde bis zum Start, das wird schon werden :-)
Leider besserte sich mein Zustand nur minimal, auch das Einlaufen kurbelte nicht die Darmaktivität an, ich musste wohl oder übel so überladen starten, vermutlich wird's mich dann während des Rennens zumindestens einmal in die Büsche treiben :-)
Um Punkt 6 Uhr ertönte der Startschuss bei klarem Himmel, kein Regen in weit und breit, Premiere heute gibt's das Karwendelgebirge mal auch zu sehen :-)
Vom Start weg, lief Markus Kröll mit mir, wir gingen es relativ gemächlich an, die Führungsgruppe war ungefähr 1-2 min voraus, beim Anstieg zum Karwendelhaus musste ich dann mal abreißen lassen, irgendwie bekam ich meinen Magen nicht unter Kontrolle. Ich konnte dann wieder aufschliessen, wir passierten zusammen den ersten höchsten Punkt, auch das bergab ging's zusammen wir könnten Läufer um Läufer einholen.
Beim 2ten Anstieg auf die Falkenhütte musste ich Markus dann aber ziehen lassen, ich musste das Tempo rausnehmen, es war erst ca. die Hälfte des Rennens vorbei, ich durfte nicht overpacen. Dennoch schaffte ich den Anschluß an die nächste Läufergruppe in welcher sich auch der Europameister im 24h Lauf Florian Reus, ich konnte diese sogar überholen, bis ja bis ich dann kurz vor der Falkenhütte meine Waden spürte. Zuerst ein leichtes Zucken dann immer heftiger und zum Schluß fuhren die Krämpfe dann richtig ein, ich rettete mich noch bis zur Falkenhütte, aber die nächsten Kilometer waren nicht mehr so lustig, laufen war wenn dann nur sehr langsam und vorsichtig möglich. Ich war frustriert und verärgert zugleich, ich war auf Falkenhütte 7min schneller als im Vorjahr! und dann das :-(
Von dort weg war dann auch der Wurm drinnen, der Kopf war nicht mehr frei.
Ab der Eng ging es aber dann wieder besser, so konnte ich den letzten Aufstieg auf den Hochleger bis auf das letzte steile Schlußstück durchlaufen, schaffte es auch noch 2 Läufer zu überholen.
Der Trail talwärts Richtung Gramai war dann wieder ein Lauf auf rohen Eiern ;-) Irgendwie schaffte ich es dann doch ohne Krampfattacken ins Tal, von dort konnte ich mich dann nocheinmal motivieren und den Motor hochdrehen! Mit eine knappen 4:00 Schnitt lief ich dann Richtung Ziel. Ich hatte den Vorteil knapp vor mir noch einen Läufer zu haben, an den ich mich ranhängte und Meter um Meter gut machte, ca. 3km vor dem Ziel konnte ich ihn auch noch überholen.
Ich nutzte das Adrenalin und drückte nochmal auf die Tube und holte raus was noch ging! Leider kam aber niemand mehr in Sichtweite. Ca. 100m vor dem Ziel schoßen dann wieder die Krämpfe ein, jetzt hieß es nochmal Zähne zusammenbeissen, lächeln und winken ;-)
Mit einer Zeit von 4:40:43 (Gesamtrang 9, Klasse 4) war ich etwas längsamer als im Vorjahr, war aber nicht ganz so zufrieden, es hat mich halt extrem gewurmt, dass es bis zur Falkenhütte so gut lief (trotz rebellierendem Magen), but that's life, and sometimes life's a bitch!
Markus Reich
Ergebnisliste
Movescount

Montag, 19. August 2013

Glocknerrunde

Es gibt Dinge im Leben eines Menschen (oder besser Tirolers) die erledigt gehören!
  • Kind zeugen
  • Haus bauen
  • Baum pflanzen
UND den Glockner umrunden :-)

Kind erl., Haus in Arbeit, Baum gedeiht auch schon, und seid letztem Wochenende, YES, der Glockner musste dran glauben :-)

Mit Hilfe meiner Laufkollegen und Freunde Martin Huber (Organisator) und Hans-Jörg Zollweg (Laufmaschine) wurde der Plan in die Tag umgesetzt. Beide waren bzgl. Glockner schon erfahrene alte Hasen, war also nicht die erste Tour um den höchsten Berg Österreichs.
Um so mehr ehrte es mich, mich ihnen als quasi Glocknerjungfrau anschliessen zu dürfen ;-)

Start Samstag in aller Herrgottsfrühe (würde um Punkt 5:30 abgeholt / bin um 5:25 aufgestanden ;-)), mit dem Auto gings dann bis nach Kaprun, dann war aber Schluß mit lustig.

6:45 zeigt die Uhr als wir uns zu unserem ersten Ziel den Mooserboden Stauseen. Das Wetter spielt noch so mit wie wir das gerne hätten, es ist bedeckt und immer wieder nieselt es, aber wir sind ja schließlich nicht aus Zucker, nur die harten kommen in den Garten :-)

Je höher wir kommen desto Kühler wird es. Nach einer kurzen Aufwärmpause im öffentlichen WC am oberen 2ten Stausee geht es weiter zur ersten Überquerung des Tages am Kapruner Törl (ca. auf 2600). Dort kamen wir auch das erste Mal mit Schnee in Berührung :-)
Als äußert störend empfand ich die nassen Füße, welche sich leider nicht vermeiden lies. Nasses Gras ist gleich nasses Fuß (alte indianische Weisheit).
Leicht durchfroren ging's dann bergab, aber nur streckentechnisch ;-)

Der nächste Aufstieg führte uns zur Rudolfshütte, endlich konnten wir das nasse Gras hinter ähh unter uns lassen, endlich bekamen unsere Füsse die Möglichkeit wieder halbwegs aufzutauen.
Die Rudolfshütte ist ja eigentlich ein 3 Stern Hotel, ist schon wirklich beeindruckend, was die da hingestellt haben, ob sinnvoll oder nicht sei einmal dahingestellt. Für uns war Futter fassen angesagt, das Essen hat gepasst nach einer g'scheiten Portion Pasta gings dann wieder weiter. Die Trocknungsversuche der Socken bzw. unserer Schuhe schlugen allesamt fehl, so ging schön feucht weiter ...

Das Wetter schien nun immer besser zu werden, immer öfter kam die Sonne durch und spendete uns wohtuende Wärme.
Am Kalser Törl war es dann nochmal ungemütlich, kalter Wind und wolkenverhangener Himmel.

Beim Abstieg zum Kalser Tauernhaus durchs Dorfer Tal an dem wunderschönen Dorfer See vorbei, schaffte es die Sonne endgültig überhand zu gewinnnen! Der Lauf durch das Tal war ein wahrer Genuss, so idyllisch ja beinahe kitschig! Ich war kurz davor in das azur-blaue Wasser zu springen, hielt mich dann aber doch zurück, ich traute dem schönen Wetter noch nicht zur Gänze ;-)

Am Kalser Tauernhaus machten wir eine Trinksack-/flaschen Aufüllpause, da kam mir der Satz vom Gripmaster wieder in den Kopf "Hydrate or Die" (früher Werbeslogan von CamleBak). 

Es ging noch eine Weile gen Tal bevor uns der Weg über das Teischnitztal  zur Stüdelhütte führte. Wir waren nun schon ca. 9 Stunden unterwegs, die Erschöpfung stand uns ins Gesicht geschrieben, fast 4000hm und ca. 50km hatten wir bereits hinter uns gebracht. Da motivierten Steinböcke in freier Wildbahn auch nicht mehr ... wir waren sogar kurz davor unser Nachtlager von der Gorer Hütte auf die Stüdelhütte vorzuverlegen. Gestärkt durch Koffein und Zucker nahmen wir dann doch die letzte Etappe in Angriff, 5km trennten uns noch von unserer Bleibe.

Die letzten Kräfte wurden mobilisiert so flogen wir dem Ziel geradezu entgegen, ein Aufstieg noch, eine Querung und endlich geschafft, die Gorer Hütte ist erreicht! Ich war erleichtert, ein sehr sehr anstrengender Tag ist zu Ende.

Das Abendessen wurde so gut wie geht hinuntergeschlungen, ich wollte nur noch in's Bett, hatte sogar Schwierigkeiten mein alkoholfreies Weißbier hinunter zu bekommen. Eins war klar die Hüttengaudi musste verschoben werden :-)
Aufgrund unseres Zustands hatten wir auch kein Problem mit laut feiernden Italienern welche mehr Energie hatten und bis zum Zapfenstreich durchhielten.

Der Schlaf weckte die Lebens-/Laufgeister wieder, ich war relativ frisch und freute mich schon auf die bevorstehende Etappe!

Nach dem Frühstück (viel klein aus, hatte wohl am Vorabend zuviel in mich hinein geschaufelt ;-)) ging's dann so um 7 Uhr Richtung Salmhütte und von dort dann über den Wiener Höhenweg und der Stockerscharte zum Glocknerhaus. Das Wetter war uns von Beginn an hold, Sonnenschein pur, kein Wölkchen am Himmel.

Die kamen dann beim letzten Anstieg auf die Oberpfandlscharte, wir kamen wieder auf ca. 2500hm, da war das Klima schon wieder etwas rauher. Zum Glück konnte ich mir Martins Handschuhe borgen, sonst hätt ich den ein oder anderen Finger verloren! Also was hab ich gelernt, ein Paar Handschuhe kommt fix in den großen Laufrucksack!

Beim Anstieg wurde mir erst das enormen Verkehrsaufkommen am Glockner bewusst, vor allem die Motorräder erzeugen einen unangenehmen Lärmpegel, welcher sicher nicht nur den Wanderern unangenehm auffällt! Man musste schon ganz schon hoch hinauf, bis dass die Motorengeräusche verstummten :-(

Der Abstieg, ähh die Abfahrt über den Pfandlschartenkaes war ein weiteres Highlight! Freeriding über den Gletscher nur noch geil! Kein stumpfes herprellen der Beine, nein ein mehr oder weniger elegantes Gleiten brachte uns dem Tal näher.

Das Ende war nun in Sicht, die Mautstation Ferleiten, sie soll das Ende der Tour werden, zu anstrengend war der erste Tag. So ging es durch die herrlich traumhafte Landschaft des Käfertals zuerst zur Tauernalm, wo wir uns nochmal kurz stärkten und dann weiter Richtung Ziel. Dort wurde nochmal ordentlich gespeist, bevor es dann mit Martins Freundin Sabine, deren Bruder und Hund Diego per Auto Richtung Heimat ging.

Für mich war es allerdings zu Hause noch nicht zu Ende, das Schwammerlsuchen mit der Freundin bescherte mir einen erneuten Gipfelsieg (Buchensteinwand) :-)

Die Tour war der Hammer und macht Lust auf mehr. Während des Laufens schmiedeten wir schon Pläne für nächstes Jahr, schließlich gibt es noch zig Höhenwege die nur darauf warten von uns erlaufen zu werden.

Mein Dank gilt nochmals meinen Begleitern, Martin für die Top Organisation und die geographischen Lehrstunden, Zolli für seine ewig gute Laune, dem Super Pace und den tollen Bildern ... und natürlich Sabine (inkl. Bruder und Diego) für den Kleidertransport auf die Glorer Hütte, das waren min. 5kg die ich weniger mit mir herumschleppen musste :-)

...sche wors...



Movescount Tag 1
Movescount Tag 2