Montag, 19. August 2013

Glocknerrunde

Es gibt Dinge im Leben eines Menschen (oder besser Tirolers) die erledigt gehören!
  • Kind zeugen
  • Haus bauen
  • Baum pflanzen
UND den Glockner umrunden :-)

Kind erl., Haus in Arbeit, Baum gedeiht auch schon, und seid letztem Wochenende, YES, der Glockner musste dran glauben :-)

Mit Hilfe meiner Laufkollegen und Freunde Martin Huber (Organisator) und Hans-Jörg Zollweg (Laufmaschine) wurde der Plan in die Tag umgesetzt. Beide waren bzgl. Glockner schon erfahrene alte Hasen, war also nicht die erste Tour um den höchsten Berg Österreichs.
Um so mehr ehrte es mich, mich ihnen als quasi Glocknerjungfrau anschliessen zu dürfen ;-)

Start Samstag in aller Herrgottsfrühe (würde um Punkt 5:30 abgeholt / bin um 5:25 aufgestanden ;-)), mit dem Auto gings dann bis nach Kaprun, dann war aber Schluß mit lustig.

6:45 zeigt die Uhr als wir uns zu unserem ersten Ziel den Mooserboden Stauseen. Das Wetter spielt noch so mit wie wir das gerne hätten, es ist bedeckt und immer wieder nieselt es, aber wir sind ja schließlich nicht aus Zucker, nur die harten kommen in den Garten :-)

Je höher wir kommen desto Kühler wird es. Nach einer kurzen Aufwärmpause im öffentlichen WC am oberen 2ten Stausee geht es weiter zur ersten Überquerung des Tages am Kapruner Törl (ca. auf 2600). Dort kamen wir auch das erste Mal mit Schnee in Berührung :-)
Als äußert störend empfand ich die nassen Füße, welche sich leider nicht vermeiden lies. Nasses Gras ist gleich nasses Fuß (alte indianische Weisheit).
Leicht durchfroren ging's dann bergab, aber nur streckentechnisch ;-)

Der nächste Aufstieg führte uns zur Rudolfshütte, endlich konnten wir das nasse Gras hinter ähh unter uns lassen, endlich bekamen unsere Füsse die Möglichkeit wieder halbwegs aufzutauen.
Die Rudolfshütte ist ja eigentlich ein 3 Stern Hotel, ist schon wirklich beeindruckend, was die da hingestellt haben, ob sinnvoll oder nicht sei einmal dahingestellt. Für uns war Futter fassen angesagt, das Essen hat gepasst nach einer g'scheiten Portion Pasta gings dann wieder weiter. Die Trocknungsversuche der Socken bzw. unserer Schuhe schlugen allesamt fehl, so ging schön feucht weiter ...

Das Wetter schien nun immer besser zu werden, immer öfter kam die Sonne durch und spendete uns wohtuende Wärme.
Am Kalser Törl war es dann nochmal ungemütlich, kalter Wind und wolkenverhangener Himmel.

Beim Abstieg zum Kalser Tauernhaus durchs Dorfer Tal an dem wunderschönen Dorfer See vorbei, schaffte es die Sonne endgültig überhand zu gewinnnen! Der Lauf durch das Tal war ein wahrer Genuss, so idyllisch ja beinahe kitschig! Ich war kurz davor in das azur-blaue Wasser zu springen, hielt mich dann aber doch zurück, ich traute dem schönen Wetter noch nicht zur Gänze ;-)

Am Kalser Tauernhaus machten wir eine Trinksack-/flaschen Aufüllpause, da kam mir der Satz vom Gripmaster wieder in den Kopf "Hydrate or Die" (früher Werbeslogan von CamleBak). 

Es ging noch eine Weile gen Tal bevor uns der Weg über das Teischnitztal  zur Stüdelhütte führte. Wir waren nun schon ca. 9 Stunden unterwegs, die Erschöpfung stand uns ins Gesicht geschrieben, fast 4000hm und ca. 50km hatten wir bereits hinter uns gebracht. Da motivierten Steinböcke in freier Wildbahn auch nicht mehr ... wir waren sogar kurz davor unser Nachtlager von der Gorer Hütte auf die Stüdelhütte vorzuverlegen. Gestärkt durch Koffein und Zucker nahmen wir dann doch die letzte Etappe in Angriff, 5km trennten uns noch von unserer Bleibe.

Die letzten Kräfte wurden mobilisiert so flogen wir dem Ziel geradezu entgegen, ein Aufstieg noch, eine Querung und endlich geschafft, die Gorer Hütte ist erreicht! Ich war erleichtert, ein sehr sehr anstrengender Tag ist zu Ende.

Das Abendessen wurde so gut wie geht hinuntergeschlungen, ich wollte nur noch in's Bett, hatte sogar Schwierigkeiten mein alkoholfreies Weißbier hinunter zu bekommen. Eins war klar die Hüttengaudi musste verschoben werden :-)
Aufgrund unseres Zustands hatten wir auch kein Problem mit laut feiernden Italienern welche mehr Energie hatten und bis zum Zapfenstreich durchhielten.

Der Schlaf weckte die Lebens-/Laufgeister wieder, ich war relativ frisch und freute mich schon auf die bevorstehende Etappe!

Nach dem Frühstück (viel klein aus, hatte wohl am Vorabend zuviel in mich hinein geschaufelt ;-)) ging's dann so um 7 Uhr Richtung Salmhütte und von dort dann über den Wiener Höhenweg und der Stockerscharte zum Glocknerhaus. Das Wetter war uns von Beginn an hold, Sonnenschein pur, kein Wölkchen am Himmel.

Die kamen dann beim letzten Anstieg auf die Oberpfandlscharte, wir kamen wieder auf ca. 2500hm, da war das Klima schon wieder etwas rauher. Zum Glück konnte ich mir Martins Handschuhe borgen, sonst hätt ich den ein oder anderen Finger verloren! Also was hab ich gelernt, ein Paar Handschuhe kommt fix in den großen Laufrucksack!

Beim Anstieg wurde mir erst das enormen Verkehrsaufkommen am Glockner bewusst, vor allem die Motorräder erzeugen einen unangenehmen Lärmpegel, welcher sicher nicht nur den Wanderern unangenehm auffällt! Man musste schon ganz schon hoch hinauf, bis dass die Motorengeräusche verstummten :-(

Der Abstieg, ähh die Abfahrt über den Pfandlschartenkaes war ein weiteres Highlight! Freeriding über den Gletscher nur noch geil! Kein stumpfes herprellen der Beine, nein ein mehr oder weniger elegantes Gleiten brachte uns dem Tal näher.

Das Ende war nun in Sicht, die Mautstation Ferleiten, sie soll das Ende der Tour werden, zu anstrengend war der erste Tag. So ging es durch die herrlich traumhafte Landschaft des Käfertals zuerst zur Tauernalm, wo wir uns nochmal kurz stärkten und dann weiter Richtung Ziel. Dort wurde nochmal ordentlich gespeist, bevor es dann mit Martins Freundin Sabine, deren Bruder und Hund Diego per Auto Richtung Heimat ging.

Für mich war es allerdings zu Hause noch nicht zu Ende, das Schwammerlsuchen mit der Freundin bescherte mir einen erneuten Gipfelsieg (Buchensteinwand) :-)

Die Tour war der Hammer und macht Lust auf mehr. Während des Laufens schmiedeten wir schon Pläne für nächstes Jahr, schließlich gibt es noch zig Höhenwege die nur darauf warten von uns erlaufen zu werden.

Mein Dank gilt nochmals meinen Begleitern, Martin für die Top Organisation und die geographischen Lehrstunden, Zolli für seine ewig gute Laune, dem Super Pace und den tollen Bildern ... und natürlich Sabine (inkl. Bruder und Diego) für den Kleidertransport auf die Glorer Hütte, das waren min. 5kg die ich weniger mit mir herumschleppen musste :-)

...sche wors...



Movescount Tag 1
Movescount Tag 2

Kommentare:

  1. haha, ich kenn deine einleitende Weisheit (Kind, Haus und Baum) natürlich, werd aber ungern daran erinnert, weil wenig abgehakt :-( Für manches ist es auch schon eher zu spät, bleibt mir tatsächlich nur noch die Glocknerumrundung oder Ähnliches als wohl realistischste Option für die nähere Zukunft ;-)
    PS: sehr schöner Bericht!

    AntwortenLöschen
  2. ja da ich alles schon abgehakt habe freue ich mich schon auf die nächsten Höhenmeter und den tollen Bericht behalte ich mir mal auf um dann in der Pension auch noch mal darüber lachen zu können :-)

    AntwortenLöschen