Donnerstag, 6. Juli 2017

47. Ebbser Koasamarsch


Irgendwann sollte man meinen sollte auch der lernresistendeste Ausdauersportler die Zeichen seines Körpers richtig interpretieren können?
Ich scheine der König der Ignoranten zu sein, oder einfach nur deppert wie man so schon bei uns sagt :-/
Bereits am Freitag merkte ich, dass da was im Anflug ist, leichtes Hüsteln, tropfende Nase, … na was wird das wohl werden. Könnte ja wieder verfliegen, warten wir mal bis Samstag ab, hmm, nicht besser, aber nicht (viel) schlechter. Die Werte meines Vitalmonitors ignoriere ich, als IT Spezialist weiß ich ja, dass Technik und Software nicht immer einwandfrei funktionieren, kosmische Strahlung und so.
Aber um nichts zu riskieren, schonen wir uns einmal, heute kein Sport, zumindest nichts intensives, ein wenig klettern hat noch niemanden geschadet, dass weiter oben Probleme mit der Luft hatte, ist vermutlich dem enormen Höhenunterschied (30m)zuzuschreiben.

Sonntag morgen, mir geht's nicht gut, während der Morgenmessung (Vitalmonitor) sind vermutlich gerade die Elektronen der just in dem Moment stattgefundenen Sonneneruption durch die Leiterbahnen des EKG Chips  gedonnert, wie sonst kann so ein schlechtes Messergebnis zustande kommen.
Die Elektronen dürften auch dem elektrischen Fieberthermometer gestreift haben, den der zeigt auch leichte Temperatur.
Egal, Sachen sind gepackt, die pack ich sicher nicht wieder aus, außerdem bei dem Wetter? Es wäre ein Frevel nicht zu laufen.

Die Zeit bis zum Start will einfach nicht vergehen, es zieht sich hin ich will endlich starten, da ich zu diesem Zeitpunkt noch dachte, dass alles besser werden würde.

Wie man sich doch irren kann, das Gefühl wollte nicht weichen, die Beine schwer die Atmung noch schwerer :-/ Vielleicht braucht mein alter Diesel etwas länger bis er in Fahrt kommt, weit gefehlt auch nach 10km ging's nicht besser.

Ein Grund warum ich dann doch bis zum Schluß durchgehalten  habe, verdanke ich 2 Dingen
Zum einen die wirklich tolle einmalige Landschaft, das Terrain war genial, knackige Anstiege (Musikantensteig, zeigt mir mal jemand welcher Musikant da freiwillig hochmarschiert ;-)) und technische Single Trails, einzig der lange bergab Teil ab Stripsenjoch ist ein wenig monoton und fuhr mir ordentlich ins Gebein :-P
Was mich aber wirklich durchbrachte war ein Laufkollege, danke an Alois Hundseder der mich auf den letzten Kilometer psychisch huckepack genommen hat, vielen Dank! Lieber Alois wenn du das hier zufällig liest, oder jemand der das liest Alois kennt, sagt ihm bitte er soll sich bei mir melden, ich möchte mich noch erkenntlich zeigen :-)

Die letzten flachen Kilometer ins verlangten noch einmal alles ab, ich wollte es einfach nur hinter mich bringen :-/ Schade mit solchen Gedanken im Kopf, ein so tolles Rennen zu finishen.

Im Ziel wurde ich dann noch durch die Anfeuerungsrufe meiner Familie gepusht, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, das gab mir nochmal ein letzten Motivationsschub!
Ich war fix und fertig, sogar das Bier auf das ich mich schon so gefreut hatte, schmeckte kein bisschen und das heißt was :-(

Ich brauchte dann doch einige Zeit bis mein Kreislauf halbwegs wieder auf Trap war, wollte dann aber doch gleich Richtung Heimat aufbrechen, um mich in die horizontale zu bringen, so quasi Schadensbegrenzung.

Ich kam dann auch nicht mehr von der Couch weg, und wanderte vom Sofa dann direkt ins Bett. Die Rechnung für meinen Irrsinn bekam ich dann am nächsten Morgen präsentiert. Husten, triefende Nase und einen Schädel als hätt ich 2 Tage durchgezecht …

Fazit: Vielleicht schafft es auch der Herr Reich einmal auf die Zeichen seines doch schon in die Jahre gekommenen Körper zu horchen, von Vorteil wär's ;-)

Jetzt gilt es Blick nach vorne, regenerieren und beim Großglockner Ultratrail Gas geben :-)


Dienstag, 9. Mai 2017

32. HASPA Hamburg Marathon



Nachdem ich für den London Marathon für die Anmeldung etwas zu spät dran war, ganz untypisch für mich ;-) Fiel die Wahl auf Hamburg, mein Laufkollege hatte diesen ins Auge gefasst und ich schloß mich kurzerhand spontan an.


Obwohl ich früher als sonst mit dem Marathontraining startete, wollte es einfach nicht anlaufen. Die Mitteltempoeinheiten machten mich mürbe, keine einzige konnte ich durchziehen :-/


Im Endeffekt lies ich es auf den Vorbereitungshalbmarathon ankommen, schließlich läufst im Rennmodus doch ein wenig anders und meist besser als erhofft.


In Linz schöpfte ich dann etwas Zuversicht als ich den Halbmarathon relativ locker mit einer niedrigen 1:16er Zeit runterspullen konnte.


2 Wochen blieben dann noch für Hamburg, ein paar regenerative Einheiten und das letzte Tempotraining passten!


Voll motiviert ging es dann Freitag Richtung Hansestadt, bis zu diesem Tag hab ich alle Wetterprognosen ignoriert und insgeheim auf eine Schönwetterfront gehofft.


Nix gewesen, der Wettergott hat mit voller Wucht zugeschlagen. Beim Start war ich noch zuversichtlich, da scheint die Sonne, die Temperaturen waren ok, schnell packte ich nun doch die Ärmlinge in den Kleidersack, der Platzsprecher meinte 5 Minuten vor Start, das schöne Wetter kommt wie bestellt ;-) Denkste, zu früh gefreut, unmittelbar nachdem sich der Dross in Bewegung setzte, kam ein richtiges Dreckswetter auf, Graupelschauer gepaart mit Regen und Wind, der so stark war das die Hagelkörner wie Geschosse waagrecht auf uns einhämmerten. Ich dachte ich bin im falschen Film, immer öfter wanderte der Blick auf den Straßenrand um U-Bahnstadionen für einen möglichen Aussteig auszumachen, und das bereits bei Kilometer 5!!!!


Aber so schnell wie es gekommen ist, war es dann vorerst auch wieder vorüber, an einigen Stellen durchbrachen vereinzelt Sonnenstrahlen das Firmament. Kurz bevor dann so richtige die Lauffreude wieder aufflackerte, kam der A$%&wind, natürlich vorwiegend von vorne!


Zu diesem Zeitpunkt (Halbmarathon) sagte meine innere Prognose 2:40 wenn's gut geht. Der Mann mit dem Hammer blieb aus, aber ab KM 34 waren die Beine wie Blei. Zu allem Überfluss verlor ich auch noch den Anschluß zu meiner Gruppe und durfte alleine dem Gegenwind trotzen.


Die letzten Kilometer waren die reinste Qual, mir kam es so vor als würden meine Beine nur wenige Millimeter über Boden dahinscheiden, falls jemals ein Funke Dynamik in meinem Laufstil war, wurde dieser definitiv durch Hamburgswind ausgelöscht. Ich lief im Zombiemodus.


Am roten Teppich für die letzten Meter nochmal mein schönstes Lächeln aufgesetzt und mit dem letzten Tröpfchen Elan die Ziellinie übersprintet, die Uhr stand bei 2:38 irgendwas, also doch weit unter meinen 2:40, somit kann ich zufrieden sein und den Jahresmarathon 2017 abhaken.


Das war's mit dem Asphalt ab jetzt werden wieder die Trails gerockt, muss halt noch warten bis der Schnee (wieder) halbwegs verschwunden ist, aber vorerst steht sowieso nur Regeneration am Programm :-)







Donnerstag, 15. September 2016

UTMB - CCC

Der CCC (Courmayeur - Champex-Lac - Chamonix) ist von der “kleinen Schwester” des UTMBs zu einem einmaligen Bewerb herangewachsen. 
Da ich die Punkte für den UTMB nicht hatte, fiel die Wahl auf den CCC, nichts desto trotz das Rennen sollte mein persönlicher Saisonhöhepunkt 2016 werden.
Normalerweise sehe ich meinen Wettkämpfen gelassen entgegen, sei es Marathon, Bergmarathon oder IronMan, Nervosität kommt so gut wie nie auf. 
Diesmal war es aber anders. Mein längstes Rennen bis dahin war 2012 die erste Etappe des Transalpine Runs mit 57km, jetzt erwarten mich über 100km mit mehr als 6000hm im Aufstieg.
Einen heftigen Rückschlag in der Vorbereitung bekam ich durch eine Borreliose, die ich mir bei der Tristkogl Challenge Anfang Juni durch einen Spinnenbiss eingefangen habe. 3 Wochen Antibiotika Kur, keine Sonne, kein Training, ich war am Ende, versuchte mich mit leichten Einheiten über Wasser zu halten um nicht komplett in ein Loch zu fallen. Zum Glück war während dieser 3 Wochen das Wetter nicht sonderlich schön. So richtig schlecht ging es mir aber nach der Penicillin Kur, trotz begleitender Probiotika Einnahme, spielte die Verdauung verrückt und meine Leistungsfähigkeit ging in den Keller.
Als wäre das nicht genug, kamen noch Probleme mit meiner linken Achillessehne dazu, die ich mir beim Bergablaufen übereizt habe.
Diese Tatsachen weckten gewisse Zweifel in mir, war es wirklich eine gute Idee in diesem Zustand anzutreten? Ich verdrängte das Rennen bis zum Schluss und dachte mir, irgendwie wird’s schon gehen, und wenn’s nicht geht dann mach ich mir ein paar schöne Tage in Chamonix.

Am Dienstag war’s dann endlich soweit, es ging los Richtung Chamonix, wir fuhren von Innsbruck ca. 6,5 über Italien (Mailand, Aosta Tal) durch den Monte Blanc Tunnel nach Frankreich. Vor dem Tunnel auf italienischer Seite lag Courmayeur, von dort aus ich dann am Freitag um 9:00 starten sollte.
Dann kamen wir an, in Chamonix, die Bergsteiger Hochburg Frankreichs, und sie wurde ihren Namen mehr als gerecht. Jeder 2te in Chamonix lief mit einem Rucksack und 60m Seil durch die Gegend, sogar die Kinder hatten Eispickel auf den Rucksack geschnallt! 

Alle führenden Bergsportmarkenhersteller haben ein Geschäfte in zentrumsnähe. Chamonix das Mekka des Alpinismus, mit Blick auf den unscheinbaren Gipfel des Mont Blanc, ich war beeindruckt.
Ein wenig erinnerte mich die Stadt an Kitzbühel, es geht viel ums Sehen und Gesehen werden, denn ich war mir ziemlich sicher, dass ein Großteil der Touristen, die mit Rucksack und Eispickel bewaffnet durch die Innenstadt schlenderten, keinen Meter im Gebirge, Geschweige denn am Gletscher unterwegs waren und jemals sein werden ;-)

Unsere Unterkunft war perfekt, mitten im Zentrum, 3ter Stock auf Augenhöhe mit dem Zielbogen welcher genau neben unserem Gebäude stand. Diese Nähe hatte aber auch seine Nachteile, aber dazu später.

Den ersten Marathon erlebte ich bei der Startnummernabholung, obwohl top organisiert musste man eine Stunde Wartezeit einrechnen, zum Teil musste man bereits vor der Halle anstehen, was bei 32 Grad im Schatten nicht gerade angenehm ist. Natürlich hatte ich nichts zu trinken dabei und wollte es nicht riskieren meinen Platz in der Schlange zu verlieren, bereits hier zählte jeder Meter ;-)
Die Anmeldung funktionierte wie am Flughafen, zuerst musste man sich mittels Reisepass registrieren, dann bekam man noch einmal eine Liste der Pflichtausrüstung, 4 Gegenstände davon waren markiert, diese musste man dann in ein Schaffel (wie am Flughafen) legen und dem Kontrolleur vorweisen. Bei mir war es z.B. die wasserdichte Jacke mit Kapuze, es wurden die verschweißten Nähte und die Membran akribisch genau geprüft. Zum Glück lieh mir mein Kollege seine Jacke, sonst wäre ich schon an der Anmeldung gescheitert :-(
Von dort ging es dann zur Startnummerausgabe und zu allerletzt bekam man auch noch sein Festivalbändchen, welche dich als Teilnehmer erkennbar machten (z.B. für die Labestationen).

Die erste Hürde war geschafft, als Belohnung gab’s am Abend dann original Käsefondue, es geht nicht’s über eine leichte Mahlzeit vor dem Schlafen gehen :-)

Als erster durfte dann mein Kollege Michael ins Renngeschehen eingreifen, er bestritt den OCC, welcher am Donnerstag um 8:30 in Osieres (CH) startete.
Die Vorfreude stieg, ich konnte es nun kaum mehr erwarten, bis es bei mir soweit sein sollte, die letzten Zweifel schwanden, ich wollte nur noch endlich zu meinem Abenteuer starten.

Am nächsten Tag war es dann endlich soweit! Ausgeschlafen und fit ging’s durch den Mont Blanc Tunnel nach Courmayeur (IT). Um Punkt 9 Uhr startete das Feld, über 2000 Starter versuchten ihr Glück.
Da für mich feststand, dass das Rennen ein Test ist, ließ ich mich auch nicht von der davon stürmenden Herde mitreißen. Ich dachte mir es sind über 100km mit 6 Bergen da kann viel passieren, ich geh’s locker an :-)

Ich kannte meine Probleme

  • Achilles
  • Krämpfe
  • Kreislauf

Daher war mein Vorsatz, bergauf nur schnelles Gehen, Puls um die 145, viel trinken und jede Stunde eine Salztablette.
Ich muss zugeben, anfangs fiel es mir schwer auch die steilen Passagen nicht zu Laufen, da ich noch frisch und mit Adrenalin bis obenhin vollgepumpt war.
Aber als ich auch gehend, Platz um Platz gut machen konnte, motivierte mich das noch mehr an meinem Plan festzuhalten.
Der erste Berg führte uns auf über 2500hm, der Aufstieg war steil und knackig, es war genau mein Wetter :-) Apropos Wetter wie auch in den letzten Tagen stand auch am Renntag das Thermometer bei über 30 Grad, da hatte ich keine Probleme ausreichend zu Trinken, insgesamt habe ich während des Rennens ca. 10l Flüssigkeit zu mir genommen und musste aber nie in die Büsche :-)

Durch das Gehen bergauf hatte ich außerdem genügend Zeit mir die traumhafte Landschaft anzusehen. Wirklich beeindruckend, das Massiv rund um den Mont Blanc. 

Der erste Downhill war gemütlich keine Steine oder Wurzeln, vom Typ eher Autobahn, besser sehr staubige Autobahn ;-) 
Jetzt ging es einige Kilometer leicht wellig durch’s Gelände, so könnt es bis zum Schluß gehen, hat enormen Spaß gemacht über die Trails zu Büggeln. Die Achilles zwickte hin und wieder, machte aber soweit keine gröberen Probleme.

Vor dem nächsten Anstieg gab es nochmal eine Labstation, schnell ein Schüssel Suppe, 2 Becher Cola, Trinkflasche auffüllen und weiter geht’s.

Bergauf fand ich ein gutes Tempo, die Stöcken machten sich wirklich bezahlt. So konnte ich auch auf diesen Anstieg einige Plätze gut machen. Wieder bot sich uns ein fast kitschiges Panorama, trés pittoresque würde der Franzose sagen.
Am Gipfel wartete schon Michael mit Lisa, es tat gut bekannte Gesichter zu sehen, leider konnte ich mich nicht lange aufhalten, es gab lediglich Wasser zum Nachfüllen, dann ging’s schon wieder bergab, aber zum Glück nur streckentechnisch.

Jetzt folgte eine sehr lange Passage Richtung Tal, auch nach der Labstation in La Fouly ging’s weiterhin großteils nur runter. Außer dass ich einmal zu Sturz kam,  passiert mir ja des Öfteren, war dieser Streckenabschnitt nicht sonderlich spektakulär ;-)

Kurz vor dem Anstieg auf Champex-Lac traf uns nochmal so richtig die Sonne, es war ca. 16 Uhr. Zum Glück waren wir bisher eigentlich immer auf einer Höhe unterwegs, in der die Temperaturen angenehm waren. Ich blieb nun wirklich bei jedem Brunnen stehen um Wasser zu trinken und meinen Kopf zu kühlen. Ich war wirklich froh als der Anstieg los ging und wir wieder in den schattenspendenten Wald kamen.

Champex-Lac war ein große Labestation, in der sich viele Läufer kultivierten, umzogen und sich teilweise sogar auf bereitgestellten Liegen einem Power Nap hingaben. Da ich nichts zu kultivieren hatte und sich der Hunger in Grenzen hielt, ging es nach knapp 15min wieder heiter weiter.

An die nächste Passage kann ich mich nicht so recht erinnern ;-) keine Ahnung, vielleicht hab ich unterm Rennen geschlafen wer weiß. Ich weiß nur dass der Downhill lang war, es zog sich bis ich endlich nach Trient kam (die haben wirklich eine rosarote Kirche! Halleluja). Wieder war ich sehr froh als ich Lisa und Michael im Zelt fand. Schön langsam wurde es dunkel, die Spannung stieg. Alle Flaschen aufgefüllt, nochmal Suppe und Cola, auf geht’s.

Jetzt wurde es hart, der Anstieg war sehr anstrengend, ich musste das erste Mal jemanden vor mir ziehen lassen, ich hatte keine Luft mehr. So quälte ich mich Schritt für Schritt den Berg hoch. Oben angekommen, sah ich weit vor mir keinen Läufer und weit hinter mir keinen Läufer und das lag nicht an der Dämmerung. Mein Ziel war es ohne Stirnlampe bis Vallorcine zu kommen, wäre sich fast ausgegangen, auf den letzten Metern, als ich im Wald wirklich nichts mehr sehen konnte, musste ich die Lampe aktivieren.

In Vallorcine füllte Michael nochmal meinen Trinkrucksack, ich aß eine Kleinigkeit und los gings in den Abend. Nur noch 18km bis Chamonix. Irgendwie hat mich das nochmal gepusht, ich lief wie auf Wolken, komplett frisch, total leicht und entspannt. Ich dachte mir den einen Berg knack ich auch noch ;-)

Mit hohem Tempo gings dann ran an den letzten Aufstieg, euphorisch lief ich sogar die ersten Höhenmeter, bevor ich in den gewohnten Gehmodus wechselte. Was nun folgte waren wirklich Strapazen und Überwindungen, ich hab die letzten 1000hm komplett unterschätzt! Ich hab wirklich alles aufgebracht, was ich noch an Energie bei mir trug. 2 Gels, 1 Red Bull Shot und den gesamten 1,5l Trinkrucksack!!! Es war nur mehr deprimierend, immer wenn ich den Kopf hob sah ich Stirnlampen die noch höher herumschwirrten, der Berg schien nicht enden zu wollen. Aufgelockert wurde das Ganze durch das Zusammentreffen mit einem französischen Gamsbock, der einfach nicht Platz machen wollte, erst als ich meine Aufforderung mit meinen Stöcken etwas Nachdruck verlieh, zog er wieder ab in die Dunkelheit.

Das gemeinste war der letzte Downhill, wie bereits mehrfach erwähnt waren die Bergabpassagen bis dahin Autobahn, aber was nun folgte war für mich die Hölle :-(
Aber eigentlich war ich auch ein wenig selber Schuld, anstatt meine Stirnlampe mit der 2ten etwas stärkeren aus dem Rucksack zu tauschen, quälte ich mich unterbeleuchtet den Geröll und Wurzel übersähten Weg hinunter Richtung Chamonix. Durch das verkrampfte Laufen hat mir am Ende jeder einzelne Knochen und jeder noch so kleine Muskel ein Schöneres angesagt :-P

Aber egal, das kurze Asphaltstück durch Chamonix bis zum Zielbogen wurde mit letzten Kräften im Sprint bewältigt (hier schaffte ich auch meinen max. Puls von 160 ;-)) 

Im Ziel war es ruhig, nur wenige Zuschauer waren um diese Zeit (knapp nach Mitternacht) interessiert, dies tat meiner Freude und Erleichterung keinen Abbruch!
Ich habe es geschafft, meinen ersten richtigen Ultra meine ersten 100 Kilometer, es war unbeschreiblich für einen kurzen Moment verflogen die Schmerzen die Anstrengung, nur ein seeliges zufriedenes Gefühl blieb.

Leider kamen die Schmerzen wieder retour :-/ am 2ten Tag nach dem Rennen war es so schlimm, dass ich es beinahe nicht schaffte meine Socken anzuziehen, alleine den Fuß hängen zu lassen, verursachte extreme Schmerzen in meiner Achillessehne.

Zu allem Überdruss kam auch noch ein Magen-Darm Infekt hinzu, der mich dann am 3ten und 4ten Tag komplett außer Gefecht setzte.

Was tut man nicht alles für seinen heißgeliebten sport :-)

Aber eines ist sicher, Chamonix wir sehen uns wieder, sei es die Besteigung des Mont Blancs oder die Teilnahme an der Königsdisziplin dem UTMB. Nach diesem Rennen schreckt mich nichts mehr, ich bin mir sicher es geht … mehr oder weniger :-P

Im Endeffekt hab ich für die 101km 15:11 gebraucht und landete damit auf Rang 46





Freitag, 3. Juni 2016

Schwarzach Ultra-Trail 2016

Die letzten Jahre erlebte Laufen speziell das Trailrunning einen wahren Boom, neue spannende Veranstaltungen kamen jährlich dazu und füllten die Rennkalender und machten mir die Planung nicht leicht :-)

Sie sparten nicht mit Superlativen, länger, lärter, steiler und geiler stand im Flyer. Zugegeben im Trailrunning Bereich hielten die meisten  Bewerbe den hohen Erwartungen stand, im Gegensatz zu so manchen Straßenrennen, speziell bei Marathons :-/

Trotzdem gibt es nur wenige Veranstaltungen die als Laufperle bezeichnet werden kann. Genau an so einer durfte ich letztes Wochenende teilnehmen.

Der Schwarzach Ultratrail ist ein Rennen, welches es geschafft hat sich hervorzuheben. Möglich ist das durch den enormen Einsatz von Fredl Zitzenbacher und seinem Team, hier fließt das Herzblut in Strömen und diese Stimmung schwappt eins zu eins auf die Teilnehmer über. Wohin man schaut glückliche, lachende Gesichter, vor dem Rennen wie auch nach dem Rennen (spätestens nach dem ersten Bier / Radler in der Ziellabe).

Aber nun Schluss mit der netten Worte, sprechen wir Tacheles, nämlich vom Rennen selbst 😉

Laut Streckenprofil erwarten uns 47km gespickt mit 2800hm. Klingt schon mal nicht schlecht, das kann was werden.

Relativ locker und relaxed ging ich das Rennen an, ich hielt mich zurück und lief die ersten Kilometer im vorderen ersten Drittel, die Beine waren locker ich hatte ein gutes Gefühl. Es blieb sogar Zeit für den ein oder anderen netten Plausch mit anderen Laufkollegen 😀

Die ersten Kilometer und Höhenmeter waren kaum spürbar, perfekt wie aus dem Lehrbuch für mentales Training 😉

Von Anfang an nahm ich alle 30min eine Salztablette um meinem Problem mit Wadenkrämpfen vorzubeugen. Ich wusste bei diesen heißen Temperaturen kann es gefährlich werden, bisher konnte ich ja noch kein Rennen dieser Größenordnung krampffrei finishen :-/

Wenigstens waren die Temperaturen in der Höhe halbwegs erträglich, ein leichtes Lüftchen kühlte immer wieder leicht ab.

Ich arbeitete mich sukzessive Platz um Platz nach vorne, ohne ans Limit zu gehen, ich schaute dass ich mit dem Puls unter 160 blieb, das war meine Wohlfühlzone.

Brav schluckte ich eine Salztablette nach der anderen, die Krämpfe blieben trotz der Hitze aus, soweit so gut.

Seit meinem Sturz letztes Jahr beim 4-trails (Bruch eine Mittelhandknochen) gehe ich die Downhills etwas langsamer an, obwohl es mich immer wieder juckt es ordentlich laufen zu lassen. Genau in so einem Moment, kam ich in Rücklage und rutschte mit beiden Füßen nach vorne weg und landete mit meinem Allerwertesten auf dem Waldboden, an und für sich nicht dramatisch, nur durch die schnelle spontane Bewegungen fuhren links und rechts Wadenkrämpfe ein L Ich dachte nun ist es vorbei, weiter im Kampf mit Krampf :-/ Ich nahm den Downhill noch eine Stufe langsamer und ich schaffte es wirklich die Krämpfe wieder rauszubekommen!

Leider ging mir 10km vor Ende das Wasser aus und die Temperaturen wurden wieder unangenehmer je weiter man vom Berg ins Tal herab kam, zu allem Überdruss schaffte ich es auch noch mich auf den allerletzten Kilometern zu verfranzen L Beim Kurzentrum machte ich eine extra 700m Schleife.

Ich könnte mich ohrfeigen, es war zum Kotzen, alles lief wie am Schnürchen, dann dieser Patzer. Als ich dann auch noch die allerletzten Körner verschoss, da ich Trottel dachte ich musste die verlorene Zeit gutmachen, war es ganz vorbei. Ich fühlte mich als hätte jemand den Stecker gezogen, die letzten Meter bis in Ziel waren die Hölle, da ich aus Wut über meine eigene Dummheit, die letzte Labstation ignoriert habe, und das obwohl mir die Zunge schon förmlich am Gaumen klebte.

Leider verlor ich letztendlich 2 Plätze, aber was soll’s im Trailrunning zählen andere Dinge, Zeiten und Platzierung sind schnell vergessen, das Erlebte bleibt und ein wenig Schmerz muss schon sein, hab ja einen leicht masochistischen Drang, der immer wieder befriedigt werden muss 😉


Fredl Danke, wir sehen uns, spätestens 2017!!!!



Sonntag, 4. Oktober 2015

42. Berlin Marathon

Das Ziel war klar 2:32:30, in klarer Schritt Richtung Schallmauer sub 2:30. 4 Monate hartes konsequentes Training, bei dem ich auf einiges verzichten musste bzw. durfte, man macht's ja schliesslich freiwillig ;-)

Anfangs lief es richtig gut, ich arbeitete an meiner Grundgeschwindigkeit. Viele spannende Einheiten auf der Tartanbahn sollten den Grundstein für mein ambitiöses Ziel bilden.

Der erste Niederschlag kam dann in Form eines gebrochenen Mittelhandknochens (2te Etappe Salomon 4trails). Zum Glück musste ich nicht operiert werden und konnte  mit Schiene weitertrainieren. Nach 6 Wochen Schiene wollte ich dann wieder einmal zur Abwechselung ins Gelände und prompt wurde ich wieder niedergestreckt. Eine Wurzel wurde mir zum Verhängnis, im wahrsten Sinne des Wortes, es verhängte sich mein rechter großer Zehe, welcher durch diese Aktion arg in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Obwohl der Arzt keinen Bruch erkennen konnte, fühlte es sich dennoch so an. Der Zeh war geschwollen und schmerzte bei längeren Einheiten speziell bei den schnelleren...und genau die standen von nun an am Programm.

Eigentlich dachte ich Hitze macht mir nichts aus, also trainierte ich hauptsächlich zu Mittags (da ich generell die Mittagspause für's Training nutze).  Irgendwann aber schien das Faß voll zu sein, ich bekam einen ordentlichen Dämpfer. Voerst körperlich, ich kam nicht mehr auf Geschwindigkeit, alles fühlte sich schwer und zäh an. Die Regeneration  fiel in den Keller und blieb auch dort, daran änderten auch 10 Tage Tapering auf Mallorca nichts. Dann kam auch noch der psychische Druck dazu, der Kopf resignierte.

So fuhr ich mit äußerst gemischten Gefühlen in die Hauptstadt, zum einen war ich froh, dass endlich der Tag X da war, es war einfach zu lange zu viel, andererseits wäre mit lieber gewesen ich hätte noch 2,3 Wochen für was auch immer.

So nun hab ich mich zu genüge ausgekotzt, Laufen soll ja Spaß machen, und das macht es nach wie vor, definitiv! Nur wie bei den meisten Dingen im Leben geht's einmal besser und das anderemal etwas weniger gut. Genau das ist aber das Schöne, wir sind Menschen und keine Maschinen, wir funktionieren nicht immer gleich und vor allem  nicht auf Kommando :-)

Berlin ist auf jedenfall eine Reise wert! Auch abseits des Marathons hat Deutschlands Bundeshauptstadt einiges zu bieten. Wir reisten bereits am Freitag an, wir wollten die Registrierung auf der Messe so schnell wie möglich erledigen, da sich der Besucheransturm gegenüber Samstag noch in Grenzen hielt.
Die Messe ist nicht vergleichbar mit anderen Marathonmessen, alles was Rang und Namen in der Sportwelt hat, stellte aus. Trotz der vielen Stände war es dennoch übersichtlich und überschaubar.
Viele bekannte Gesichter auf dem Sziols und Asics Stand, auch sonst  lief man dem ein und anderen Bekannten über den Weg ;-)

Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass es auf der gesamten Strecke so gut wie keinen Abschnitt ohne Zuschauer gibt, hätte ich dies nur müde belächelt.
Aber was mich dort erwartete übertraf bei weitem meine Vorstellungen. Es wurde entlang der gesamten Strecke volle Kanne Stimmung gemacht. Überall wurde man angefeuert, dank der Namen auf den Startnummern sogar persönlich :-)
Mindestens 10 Bands verteilten sich auf die 42 Kilometer und heizten die Läufer mit lauten Klängen ordentlich ein.

Berlin war mein erster Marathon, bei dem ich immer eine Gruppe hatte, zumindest bis Kilometer 40, ab diesen Zeitpunkt wurde ich ziemlich überrannt :-/ nichts destotrotz hab ich gekämpft Meter um Meter, Schritt für Schritt, obwohl ich die Beine schon kaum mehr vom Boden heben konnte,  meine Füße schliffen förmlich wenige Milimeter über den Asphalt. Mit den allerletzten Reserven sprintete ich die letzten 300 Meter vom Brandenburger Tor bis zum Zielbogen. Geschafft, Aus, Ende, Vorbei , Vergessen und Drüberstehen!


Neben der Muskulatur muss vorallem mein Kopf wieder auf Vordermann kommen, neue Ziele setzen, neue Motivation entfachen, am besten abseits der Straßen, endlich geht's ins Gelände und auf die Berge :-)


Wallersee Halbmarathon

Als Vorbereitung für den Berlin Marathon hab ich mir einen passenden Halbmarathon in meiner Nähe gesucht. Die Wahl fiel auf den Halbmarathon am Wallersee in Seekirchen. Da der Marathon knappe 300 Höhenmeter hat, ist er nicht besonders schnell, ein Großteil der Strecke verläuft außerdem auf Schotterstraßen.

Die Anreise war unkompliziert, ich fuhr direkt von Saalbach Hinterglemm Richtung Salzburg, da ich am Vortag im Zuge der Mountainbike Worldgames  für "Biking 4 Butterfly Childern" in die Pedale getreten habe. Dennoch schaffte ich es erst 5min vor Nennschluß zur Anmeldung, nicht unbedingt ein guter Start ;-)

Das Rennen hat einen familiären Charakter und ist Top organisiert, es gab sogar Massagen im Zielbereich!

Soweit ich das überblicken konnte, waren ca. 150 Läufer am Start.
Gleich nach dem Start setzte sich Gruber Robert und ein weiterer Läufer ab. Mir war das Tempo eindeutig so hoch, so blieb ich zwar an dritter Stelle, verlor aber immer mehr auf die beiden.
Schnell war ich ziemlich alleine auf der Strecke vor mir nichts in Sicht und auch hinter mir nichts zu sehen.
Bei Kilometer 16 kam dann eine nette Steigung, da ging es ordentlich zur Sache, mir passte der Hügel gut, der Läufer vor mir hatte da schon mehr Probleme. So konnte ich ihn seit dem Start wieder vor mir sehen :-)
Er war deutlich angeschlagen, ich lief meine Pace weiter und arbeitete mich Meter um Meter an ihn heran.

Beim Zielsprint lies er aber nichts mehr anbrennen, am Ende fehlten mir wenige Sekunden auf Platz 2. Ich war aber mit Platz 3. (70 EUR Preisgeld) und der Zeit von 1:17:11 mehr als zufrieden.
Sieger wurde wieder einmal Robert Gruber einer Wahnsinnszeit, er brauchte weniger als 1:12 für die anspruchsvolle Strecke!


Nach Massage und Siegerehrung (welche ohne Verzögerung  und flott über die Bühne ging!) ging es umittelbar Richtung Heimat. Ich musste noch Koffer packen, morgen um 11:45 geht der Flieger Richtung Mallorca. Knappe 2 Wochen Tapering mit Familie in einem 4 Sterne All-Inclusive Hotel warten auf mich.


Donnerstag, 30. Juli 2015

Unbreakable - Salomon 4-trails

Nach beinahe 3 Wochen, hab ich es nun endlich geschafft, das diesjährige Abenteuer Salomon 4-trails Revue passieren zu lassen und auf Papier zu bringen.

Von Beginn an Stand das Rennen unter keinem besonders guten Stern :-( Am Montag hatte ich noch einen Firmentermin in Paderborn, das hieß Tagwache 4 Uhr, mit Auto nach München und von dort weiter per Flieger. Ich wollte den Teufel nicht an die Wand malen, aber meine bisherigen Firmentriebs verliefen meist anders als geplant.
Es war den ganzen Tag drückend heiß, Marathonbesprechung in einem nicht klimatisierten Raum, kam moderner Folterei sehr Nahe ;-) Alle waren daher froh als kurz vor Ende um 18 Uhr ein Gewitter mit heftigen Regenschauern aufzog. Keiner ahnte in diesem Moment was dies für unsere Rückreise bedeuten würde :-(
So kam es das unser Flug 2mal verschoben wurde, statt um 20 Uhr, konnten wir erst knapp vor 22 Uhr starten. Das Problem war nicht Paderborn, sondern München, wo auch starke Unwetter niedergingen.
So kam es wie es kommen musste, auch auf der Autofahrt von München retour kam es zu Staus aufgrund umgestürzter Bäume.
Es war weit nach 1 Uhr als ich endlich ins Bett fiel, nach mehr als 21h auf den Beinen :-(

Zu meinem Glück wurde auch der Start der ersten Etappe von 10 auf 8 Uhr vorverlegt :-/ zumindest konnte mein Freund Tom mich bereits am Vortag registrieren, was auch noch etwas Zusatzschlaf ermöglichte, nichts desto trotz, wieder 5:30 Tagwache, ich fühlte mich als hätte mich einer der Blitze von gestern gertroffen nachdem mich einer der umgestürzten Bäume niederstreckte!
Mit einer Schüssel Müsli und einem halben Liter Kaffee ging's dann mit meiner Mutter Richtung Berchtesgaden.

Geschafft um 7:30 kam ich noch rechtzeitig zum Start, nur noch schnell die Ausrüstung checken und dann ... FUCK, jetzt hab ich doch glatt das Mundstück meines Trinkbeutels zu Hause liegen lassen, das darf jetzt nicht wahr sein!!! Vielleicht gibt es irgendwo noch einen Stand auf dem ich noch einen Trinkbeutel erstehen könnte, nichts, verdammt, nützt nichts, jetzt muss ich zumindest Tom finden damit ich meine Startnummer inkl. Chip bekomme. Trotz 550 Starter war das Feld überschaubar, so entdeckte ich Tom und seinen Bruder schnell und manchmal hat man auch Glück, er hat einen Reserve Trinksystem im Auto :-)

Jetzt war's mir aber egal wenn wir endlich starten könnten, einfach dem Stress entfliehen und das Geschehene hinter sich lassen.
Die Etappe wurde gekürzt, es war somit eher ein Speedtrail mit seinen 25km, war mir aber zu diesem Zeitpunkt relativ egal :-) vor allem da mir diese Distanzen eigentlich sehr gut liegen.
Meine Befürchtungen bergauf zu wenig Saft zu haben (da mir doch einige Trainingshöhenmeter fehlten) waren umsonst, es ging wirklich locker und dynamisch, ich fühlte mich gut und das Tempo schien zu passen. Auch die letzten steilen Serpentinen waren ein Genuß.
Pünktlichst wurde der Downhill von einem Regenschauer eingeläutet, deshalb ging es etwas verhalten, aber dennoch flott den Berg hinunter.
Im Tal gab es lediglich nur noch kurze Anstiege, so war das Tempo sehr hoch mit dem es nun Richtung Ziel in Bad Reichenhall ging.
Die erste Etappe konnte ich als Gesamt 5ter finishen, ein perfekter Start, ich war mehr als zufrieden, die Anstrengungen des Vortags waren vergessen.
Zusammen mit meiner Famile verbrachten wir den Nachmittag mit bummeln und essen in Reichenhall. Nach der Abreise lies ich mich noch massieren, bevor auf der Pasta Party  die Speicher wieder gefüllt wurden.
Um 21:00 war dann Zapfenstreich, ich musste schauen, dass ich ein wenig meines Schlafdefizites ausgleichen konnte.

Die 2te Etappe führte uns von Bad Reichenhall über Inzell nach Ruhpolding, auch hier wurde die Strecke etwas angepasst, es vielen ein paar Höhenmeter weg, da man auf Grund der Wettervorhersage den höchsten Punkt auslassen wollte. Ich sag's ganz ehrlich, mir war's egal :-)
Die Strecke war wieder nach meinem Geschmack, feine Anstiege, ordentliche Trails bergab, perfekt, es lief gut, bis ... Ja bis mich eine kleine Unachtsamkeit  nach dem technischen Trail, auf der unspektakulären Forstrasse niederstreckte, ich stürzte mit voller Wucht auf mein rechtes Knie, es schmerzte ordentlich, ich wusste aber ich darf auf keinen Fall stehen bleiben, so humpelte ich weiter, zum Glück (dachte ich) konnte es schnell wieder im Laufschritt weitergehen :-(
Aber nein es kam noch schlimmer, 3 Kehren weiter blieb ich mit dem Fuß bei einer Wurzel hängen, ich legte mich nochmals nieder, dieses Mal wurden meine Knie verschont, dafür traf es meine rechte Hand. Es tat verdammt weh, ich wusste gleich, dass es mehr als eine Prellung war. Kurz stellte ich mir die Sinnfrage und war kurz davor das Handtuch zu werfen. Ich lief weiter, aber nur bis zur nächsten Labstation dann breche ich ab und las mich ins Krankenhaus bringen.
Dachte ich, aber es kam keine Labstation mehr, so lief ich wohl oder übel weiter bis ins Ziel, meine Hand fest an meinen Stock geklammert, damit ich diese nicht mehr viel bewegen musste, bei jeder Bewegung konnte man ein leichtes Krachen hören und spüren, somit war klar der Mittelhandknochen ist ab :-(
Ich wollte nur mehr ins Ziel und das schnellst möglichst, getrieben vom Adrenalin in meinem Blut, ballerte ich noch ordentlich los, und schaffte sogar noch Platz 6.
Im Ziel wurde ich vom MediTeam gleich erstversorgt und bekam eine Schiene angelegt. Anja von Sziols nahm sich gleich meiner zerdepperten Brille an, und tauschte mir gleich den Rahmen :-)
Nachdem ich meinen Hunger und Durst auch erstversorgt habe, machte ich mich auf den Weg zum ortseigenen Krankenhaus, dieses war eher ein Sanatorium, so wurde ich gleich (bzw. nach 1h Wartezeit) per Rettung nach Traunstein gebracht.
Spiralbruch D4 lautet die Diagnose, "Das muss operiert werden, weiterlaufen sollten sie auf keine Fall", sprach Fr. Doktor verpasste mir eine Gipsschiene und lies mich inklusive Röntgenbilder weiterziehen.
Ich entschloss mich mit dem Zug zurück zu fahren, dort habe ich genug Zeit zum Nachdenken, ich war geknickt, es lief so gut und dann das :-(
Zumindest wollte ich eine 2te Meinung einholen, so kontaktierte ich meine Trainer Marcel, welcher gerade auf dem Weg nach Australien war, er beschaffte mir sofort die Handynummer von Dr. Fink in Innsbruck einen führenden Spezialisten (ÖSV Teamarzt). Ich schickte ihm die Fotos der Röntgenbilder und war beruhigt als er meinte der Bruch ist sauber die Knochen stehen gut zusammen, eine Schiene für 4-5 Wochen sollte vollkommen reichen.
Somit war für mich klar, ich mach weiter, den eine Schiene hatte ich ja ;-)

Tag 3.
Die Nacht verlief überraschend gut, ich konnte mich relativ gut erholen, obwohl mir mein Vitalmonitor das Gegenteil anzeigte :-(
Nichts desto Trotz ging ich guter Dinge an den Start, mein primäres Ziel war über den ersten Berg bis nach Unken zu kommen, von dort kann ich dann immer noch meine Freundin anrufen und mich abholen lassen :-)
Das Laufen mit Schiene funktionierte erstaunlich gut, auch mit Stöcken, ich konnte diesen zwar nur mit Daumen und Zeigefinger halten, aber es funktionierte besser als erwartet. Auch die Schmerzen hielten sich in Grenzen.
Leider wurde ich nach den ersten Kilometer sprichwörtlich wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Wieder blieb ich mit dem Schuh hängen und machte einen Bauchfleck, leider flog ich auf die bereits ledierte Hand, ein dumpfer Schmerz durchströmte  meinen Arm, ich dachte so das war es nun endgültig, resigniert setzte ich mich auf den Wegrand.
Am Ende waren es die aufmunternden und motivierenden Worte meiner Mitstreiter die mir neuen Mut und Antrieb verliehen, so wagte ich einen nächsten, letzten Versuch!
Diesesmal, zugegeben etwas vorsichtiger, ging es besser und vor allem sturzfrei voran.
Auch bergauf störte die Schiene nicht sonderlich, nur bergab musste ich mit stark angezogener Handbremse laufen :-(
Da es so gut lief, entschloss ich mich in Unken, auch den letzten Berg in Angriff zu nehmen und bis Lofer durchzuhalten. Dort lies ich mir aber nicht nehmen, den letzten Downhill bis ins Ziel etwas sportlicher zu nehmen :-)
Im Ziel wurde ich schon sehnsüchtig von meiner Familie empfangen, ich war auch sichtlich erleichtert meine Lieben in meine eineinhalb funktionierenden Arme zu nehmen.
Wir hielten uns nicht lange im Zielgelände auf, ich wollte nur noch nach Hause, wo bereits meine Schwiegermutter wartete und mir eine einstündige Massage spendierte.
Dann gab es noch ordentlich Kohlehydrate, ichwar glücklich und zufrieden.
Jetzt konnte ich natürlich die letzte Etappe auch nicht auslassen, schliesslich wusste ich genau was auf mich zukommt, da wir diese Etappe bereits im Vorfeld abliefen. Sie war zu schaffen, Notfalls im Wandermodus!

Es ist die längste und die mit den meisten Höhenmetern gespickte Etappe, eindeutig die Königsetappe. Auch das Wetter zeigte sich königlich, es sollte warm werden, nein es wird heiß werden, sehr heiß!
Obwohl bereits um 7 Uhr gestartet wurde, waren die Temperaturen jenseits der 20 Grad.Meine Beine waren erstaunlich fit, dennoch spürte ich die letzten 3 Tage in den Knochen, nicht nur im rechten Mittelhandknochen ;-)
Diesesmal ging ich es wirklich entspannt an,  gesund durchkommen war mein Ziel. Alles lief nach Plan, ganz ohne stolpern ganz relaxed, auch die Zeit verflog schneller als sonst,   so war ich auch schon am Stausee, mit dem Wissen, dass  mir noch ein gutes Stück Arbeit bevorstand.
Der Aufstieg auf das Ingolstädter Haus war kräfteraubend und kostete mich sehr viel Energie. Belohnt wurde man durch den einzigartig malerischen Ausblick hinunter Richtung Stausee!
Zum Glück stellten die Hüttenbesitzer Wasser und Holundersaft zu Verfügung, denn bis kurz vorm Ziel gab es keine Verpflegstation mehr, die letzte war am Stausee, dort hätte man sogar eine zusätzliche Trinkflasche bekommen, dieses Angebot schlug ich allerdings aus, da ich mit meinen Stöcken genug zu tun  hatte ;-)
Nur war ich am Meer, am Steinernen Meer, die Kilometer werden sich nochmal heftig ziehen, bei unserer Erkundungstour vor  den 4-trails, hatte ich das Teilstück etwas unterschätzt, das kann mir nun nicht mehr passieren, also keine bösen Überraschungen, auch der Schnee ist seit damals extrem zurückgegangen.
Dann war es da, das Riemannshaus, wie ein Fels in der Brandung, ein Zeichen der Hoffnung, ein Ende ist in Sicht.
Vor dem Finish, stand aber noch der knackige Abstieg Richtung Maria Alm, ein falscher Tritt kann verheerend enden. Beinahe hätt es mich erwischt, bei einer durch ein Stahlseil gesicherten Passage, verlor ich den Halt und rutschte weg, da es auf der Seite meiner lädierten Hand war, blieb mir nichts anderes übrig als mit dem kompletten Arm mich ins Seil zu hängen, eine weitere äußerst schmerzhafte Erfahrung, die ich beim diesjährigen 4-trails erleben durfte :-( Es hätte aber weitaus schlimmer ausgehen können, rechts neben mir, ging es doch einige Meter steil bergab!
Mit dem Schock in den Knien und reichlich Adrenalin im Blut schaffte es aber dann doch heil ins Ziel!
Ich war erleichtert! Ich habe es geschafft, ohne Krampf ohne Kreislauf, dafür mit einer gebrochenen Hand! Der Schmerz geht, der Stolz bleibt. Dieser Spruch passte perfekt zu meinem Salomon 4-trails 2015.

Im Endeffekt reichte es sogar noch für eine Top 10 Platzierung in meiner Klasse :-)

Ende gut, alles gut, jetzt geht es nach einer kurzen Regenerationsphase Vollgas Richtung Projekt Berlin Marathon :-)