Donnerstag, 6. Juli 2017

47. Ebbser Koasamarsch


Irgendwann sollte man meinen sollte auch der lernresistendeste Ausdauersportler die Zeichen seines Körpers richtig interpretieren können?
Ich scheine der König der Ignoranten zu sein, oder einfach nur deppert wie man so schon bei uns sagt :-/
Bereits am Freitag merkte ich, dass da was im Anflug ist, leichtes Hüsteln, tropfende Nase, … na was wird das wohl werden. Könnte ja wieder verfliegen, warten wir mal bis Samstag ab, hmm, nicht besser, aber nicht (viel) schlechter. Die Werte meines Vitalmonitors ignoriere ich, als IT Spezialist weiß ich ja, dass Technik und Software nicht immer einwandfrei funktionieren, kosmische Strahlung und so.
Aber um nichts zu riskieren, schonen wir uns einmal, heute kein Sport, zumindest nichts intensives, ein wenig klettern hat noch niemanden geschadet, dass weiter oben Probleme mit der Luft hatte, ist vermutlich dem enormen Höhenunterschied (30m)zuzuschreiben.

Sonntag morgen, mir geht's nicht gut, während der Morgenmessung (Vitalmonitor) sind vermutlich gerade die Elektronen der just in dem Moment stattgefundenen Sonneneruption durch die Leiterbahnen des EKG Chips  gedonnert, wie sonst kann so ein schlechtes Messergebnis zustande kommen.
Die Elektronen dürften auch dem elektrischen Fieberthermometer gestreift haben, den der zeigt auch leichte Temperatur.
Egal, Sachen sind gepackt, die pack ich sicher nicht wieder aus, außerdem bei dem Wetter? Es wäre ein Frevel nicht zu laufen.

Die Zeit bis zum Start will einfach nicht vergehen, es zieht sich hin ich will endlich starten, da ich zu diesem Zeitpunkt noch dachte, dass alles besser werden würde.

Wie man sich doch irren kann, das Gefühl wollte nicht weichen, die Beine schwer die Atmung noch schwerer :-/ Vielleicht braucht mein alter Diesel etwas länger bis er in Fahrt kommt, weit gefehlt auch nach 10km ging's nicht besser.

Ein Grund warum ich dann doch bis zum Schluß durchgehalten  habe, verdanke ich 2 Dingen
Zum einen die wirklich tolle einmalige Landschaft, das Terrain war genial, knackige Anstiege (Musikantensteig, zeigt mir mal jemand welcher Musikant da freiwillig hochmarschiert ;-)) und technische Single Trails, einzig der lange bergab Teil ab Stripsenjoch ist ein wenig monoton und fuhr mir ordentlich ins Gebein :-P
Was mich aber wirklich durchbrachte war ein Laufkollege, danke an Alois Hundseder der mich auf den letzten Kilometer psychisch huckepack genommen hat, vielen Dank! Lieber Alois wenn du das hier zufällig liest, oder jemand der das liest Alois kennt, sagt ihm bitte er soll sich bei mir melden, ich möchte mich noch erkenntlich zeigen :-)

Die letzten flachen Kilometer ins verlangten noch einmal alles ab, ich wollte es einfach nur hinter mich bringen :-/ Schade mit solchen Gedanken im Kopf, ein so tolles Rennen zu finishen.

Im Ziel wurde ich dann noch durch die Anfeuerungsrufe meiner Familie gepusht, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, das gab mir nochmal ein letzten Motivationsschub!
Ich war fix und fertig, sogar das Bier auf das ich mich schon so gefreut hatte, schmeckte kein bisschen und das heißt was :-(

Ich brauchte dann doch einige Zeit bis mein Kreislauf halbwegs wieder auf Trap war, wollte dann aber doch gleich Richtung Heimat aufbrechen, um mich in die horizontale zu bringen, so quasi Schadensbegrenzung.

Ich kam dann auch nicht mehr von der Couch weg, und wanderte vom Sofa dann direkt ins Bett. Die Rechnung für meinen Irrsinn bekam ich dann am nächsten Morgen präsentiert. Husten, triefende Nase und einen Schädel als hätt ich 2 Tage durchgezecht …

Fazit: Vielleicht schafft es auch der Herr Reich einmal auf die Zeichen seines doch schon in die Jahre gekommenen Körper zu horchen, von Vorteil wär's ;-)

Jetzt gilt es Blick nach vorne, regenerieren und beim Großglockner Ultratrail Gas geben :-)


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