Samstag, 27. April 2013

2:37:38

nach 12 Wochen akribischer Vorbereitung, 1 Woche Bronchitis und 2 Wochen Taperinghölle, war es am 21. April endlich soweit. Der erste Saisonhöhepunkt stand nun endlich vor der Tür, meine Wahl fiel auf den 12. Borealis Linz Marathon. Nachdem ich letztes Jahr in Wien lief, wollte ich dieses Jahr wieder Linz unsicher machen. Da Linz dieses Jahr nach dem Wien Marathon ausgetragen wurde, hatte ich eine zusätzliche Trainingswoche :-)

Dieses mal hab ich mich strikt an die 2 Wochen Regeneration vor dem Marathon gehalten, und die waren härter als die umfangreichsten Wochen. Nix tun ist grausam, man hat eine Menge Zeit zum Nachdenken. Es kommt einem vor als würde man Tag für Tag 2 kg zu nehmen und mindestens 10sek auf das geplante Wettkampftempo verlieren :-(

Trotzdem fühlte ich mich topfit und "pumperlgsund", das Feuer brannte :-)

Wir reisten Samstag mittags an und kamen ohne Stau in Linz an, dann ging es aber los! Ich hatte die glorreiche Idee mit dem Auto zur Tipp Arena zu fahren. Das war definitiv ein Fehler, schon der Weg dorthin konnte nur im Schritttempo bestritten werden,  am Ziel angekommen, mussten wir feststellen, dass es leider keine Parkplätze mehr gab. Glücklicherweise konnten wir 2 Kreuzungen weiter einen Platz bei einem Lebensmittelgeschäft ergattern.

Die Messe war ziemlich überschaubar, überraschenderweise sehr wenig Antrag, ich bekam meine Startunterlagen schneller als bei so manchem kleinen Hobbylauf :-)
Auch die Pastaparty war in Ordnung, man musste zwar extra zahlen (6 Euro für Nudeln und Getränk), dafür waren die Nudeln al dente und nicht wie so oft ein lieblos verkochtes irgendwas.
In der Arena fanden zu der Zeit auch die Kinderläufe statt, diese waren zum Glück besser besucht als die Messe :-) Es ist immer wieder ein Freude den Jüngsten beim Laufen zu zusehen, kein Leistungsdruck (zumindest bei den meisten), locker leichter Laufstil, herrlich unbeschwert.

Da auch nach den Läufen nicht mehr auf der Messe los war, machten wir uns auf zu unseren Hotels, 1,2 mal kurz verfahren dann kamen wir an. Unser Hotel (Courtyard) war einsame Spitze, super neue Zimmer und zum ersten Mal in meinem Leben ein durchgängiges Doppelbett, welches nicht wie sonst immer mit Panzertape zusammengeklebt werden musste ;-)
Ich nutzte die Zeit bis zum Abendessen für einen kurzen Lauf, musste ja noch das Auto umparken (18 Euro Hotel Tiefgaragenplatz erspart!!!)

Am Abend ging es dann in usere Linzer Stammpizzeria, dies war schon ein Ritual, welches auf keinen Fall ausgelassen werden darf, würde sicher Unglück bringen ;-) Wohlgenährt ging es dann wieder Richtung Hotel, die 2 km waren genau richtig zum Verdauen.
Jetzt war es bald soweit, nur noch wenige Stunden bis zum Start :-)
Massieren, einschmieren und ab ins Bett ...

Das Bett war wirklich 1a. ich schlief wie ein Baby, fit und munter ging's zum Frühstück, da gab es die herrlichsten Köstlichkeiten, leider gab's für mich nur einen Brei, Honigsemmel und Banane, wirklich Schade, aber ich denke Speck mit Bohnen lässt man vor einem Rennen besser aus ;-)

Die 3 km zum Start nutzte ich zum Einlaufen, auf dem Weg traffen wir auch noch den ein und anderen Bekannten, so ging es gemütlich und stressfrei Richtung Autobahnbrücke.

Im Gegensatz zu anderen Marathons war die Zone hinter der Elite (> 3h) nicht überfüllt und man kam auch 5min vor dem Start noch locker rein! Laute Beats bereiteten die Läufer auf den Start vor ... die Anspannung stieg, das Adrenalin kam nach und nach  ... endlich ging es los.

Das Anfangstempo war nicht sehr hoch, es galt nun schnell den Pace zu finden und  einzustellen. Da sich das Feld noch positionierte und sich eher unrhythmisch zeigte, war es für mich nicht leicht jemanden zu finden an den ich mich anhängen konnte, das kostete Zeit, ich war somit nach den ersten Kilometern mit meinem Zeitplan hinterher wollte aber keinen Sologang starten.
Nach 8km hab ich dann endlich meinen Pacemaker gefunden (eigentlich war es der Pacemaker von Jereb Zana) dieser lief exakt mit einem 3:40er Schnitt.
Ich fühlte mich gut, das Tempo war nicht anstrengend, ich war locker und entspannt.
Obwohl lt. Uhr der Pace genau passte, stimmten komischerweise die Kilometertafeln nicht, ich machte mir aber keinen Kopf und verlies mich auf meine Uhr.
Ab Kilometer 26 wurder der Pace zunehmend langsamer, Zana musste kämpfen um am Pacemaker zu bleiben.
Es sollte nichts nützen, ab km 28 musste ich alleine weiter, da ich noch frisch war, sollte es sich bis zum Schluß ausgehen die Geschwindigkeit zu halten. Die Uhr passte alles auf Kurs, nur die Tafeln, die waren noch immer falsch, dachte ich ...
Die letzten Kilometer war ich mir nicht mehr so sicher, die Tafeln waren immer exakt 400m hinter den Kilometern meiner Uhr. Ich entschloss mich deshalb auf die Tube zu drücken. So konnte ich die letzten Kilometer noch unter 3:40 laufen, holte auf den letzten Kilometern noch 3 Läufer ein und setzte dann zum Zielsprint an. Die Pflastersteine prellten meinen Körper durch und durch, jetzt war auch die letzte Lockerheit weg, die letzten Meter mussten im Kampf bewältigt werden. Mir wurde immer mehr bewusst dass ich mein ehrgeiziges Ziel von 2:35:59 verfehlen würde, die Tafeln stimmten also doch :-(
Nach exakt 42,6 km (zumindest lt. meiner Ambit :-)) kam ich mit einer Zeit von 2:37:38 im Ziel an.

Natürlich bin ich zufrieden, ich konnte meine persönliche Bestzeit um 3min verbessern, doch trotzdem bleibt das komische Gefühl ob nicht doch mehr gegangen wäre, es war einfach alles perfekt, der Tag, mein Gefühl, meine Beine ...

Da ich nach dem Zieleinlauf gleich mit dem Auslaufen ins Hotel startete, um dort eine eiskalte Badewanne zu geniessen, verpasste ich wiedereinmal die Siegerehrung ;-) Irgendwie hab ich da immer ein sehr gutes Timing :-(

Fazit: Obwohl meine Leistung für Österreich gesehen "Peinlich" (Kommentar von M. Buchleitern zur Zeit des schnellsten Österreichers Peter Fankhause - 2:35) ist, bin ich sehr zufrieden, ich merke dass sich gezieltes Training auszahlt, leider hab ich das vermutlich etwas zu spät begriffen. Es machte enormen Spaß 12 Wochen fokusiert auf ein Ziel hinzu trainieren, dennoch bin ich nun froh, ins freie Training übergehen zu können. Ich werde den verhassten Asphalt den Rücken kehren und wieder Höhenmeter abspulen, der Berg ruft, noch verhallt der Ruf ein wenig unter der meterhohen Schneedecke, aber das wird schon ;-)

Movescount


so ein Laufrad hat schon was, was da wohl für eine Zeit möglich wäre :-)
beim Start mit meinem Kollegen Wechselberger Toni  (wurde beim HM 9ter!)




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